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Worpsweder Musikwerkstatt 1984 – 2017

Margarete und Wolfgang Jehn zählen sich nicht zu den ‚Kinderliedermachern‘. Mit diesem Begriff verbinden sie den großen Kinderschlager-Humptata-Einheitsbrei, den es neben den vielen qualitativ hochwertigen Musikerinnen und Musikern leider auch gibt. Für Klangohr zählen sie jedoch zur Kindermusikszene, sind sie doch eine der wichtigsten Musikgruppen bzw. KünstlerInnen mit zahlreichen herausragenden Produktionen.
Vor 30 Jahren habt ihr die Worpsweder Musikwerkstatt gegründet. Wolfgang und Margarete, bitte erzählt ein bisschen drüber. Was war damals so los, was hat Euch inspiriert?“
Hintergrund:
Ab 1968 haben wir, wie viele andere Autoren auch, unsere Musik über einen Musikverlag herausgebracht. Das verlief bis 1981 auch ganz normal. Den Begriff „Kinderliedermacher“ gab es zu dieser Zeit noch nicht.
Als um 1981 die sogenannte Bonner Wende eingeleitet wurde (Herbst 1982), haben sich viele Verlage, den neuen Trend ahnend, von ihren engagierten und vor allem anspruchsvolleren Autoren getrennt.
Wir haben also für unsere Musik einen eigenen Verlag gründen müssen, und steuern ihn mit unserer sich immer gleichbleibenden Haltung seit 3o Jahren durch alle modischen Musikstürme dieser Zeit.
Trotzdem sind inzwischen in vielen Liederbüchern der großen Musikverlage, nicht nur in Deutschland, unsere Lieder auch zu finden.
Bei einer auf diese Weise zusammengekommenen Millionenauflage haben wir aufgehört zu zählen.
Der neue Autorenverlag „Worpsweder Musikwerkstatt“
Nachdem wir unser Gesamtwerk seit 1968 einem fremden Verlag anvertraut hatten, standen wir 1984 quasi mit leeren Händen da. Ein neues Programm für unseren eigenen Verlag musste jetzt aus dem „Boden gestampft“ werden.
Als erstes Liederheft erschien dann 1984 „Lasst uns zusammen im Kreis rumgehn“, Lieder und Spiele für Kinder. Etwas später entstand die Idee mit den HÖR ZU-MACH MIT-Musikkassetten. Im ersten Heft waren Hits wie „Ich bin der Baum vor deinem Haus“, „Lasst uns zusammen im Kreis rumgehn“, „Herr Knallefix“ und viele andere. Durch die Freundschaft mit der Worpsweder Malerin Liselotte Frieling hatten wir gleich eine sensible Illustratorin für unsere Liederhefte.
In der Folgezeit haben dann auch noch Gundula Dangschat aus Ottersberg und Almut Jehn aus Bremen unsere Liederhefte illustriert.
In Konzerten und Seminaren in Deutschland und der Schweiz wurden die Lieder auch live von Margarete & Wolfgang Jehn vorgestellt; Sendungen für RADIO BREMEN mit dem Worpsweder Kinderchor gab es schon ein paar Jahre zuvor; die Worpsweder Singwochenenden in der Worpsweder Jugendherberge wurden gestartet (im Herbst 2014 fand die 55. Veranstaltung statt).
Seit einigen Jahren haben die Gebrüder Jehn die Verbreitung der Lieder in Konzerten und Fort- bildungsveranstaltungen übernommen.
Bestellungen erfolgten damals noch über Telefon oder über Postkarten und Briefe.
Über das Telefon entwickelten sich auch immer wieder interessante Gespräche mit den Kunden – es wurde viel gelacht. Heute läuft alles über unseren OnlineShop.
Das Verlagsprogramm
Nach 1984 erschien dann in jedem Jahr ein neues Liederheft mit MC. 1985 „Wer soll in unserm Lande wohnen“; 1986 erschienen gleich zwei Hefte: „Für das Gras will ich singen“ (im Jahr des Schmetterlings mit dem Hit „Sing was vom Schmetterling“) und „Fällt der Schnee vom Himmel“; 1987 „Sitzt ein grüner Vogel auf dem Dach“; Die erste MC mit gesungenen Titeln erschien ebenfalls 1987: „Bald wird ein Stern aufgehn“ (mit vielen Gästen in unterschiedlichen Sprachen); 1988 „Heut wollen die Gänse ans Wasser gehn“; 1989 „Wenn die Bären Kolo tanzen“; 1995 „Das wird eine Freude“ mit Liedern für die Winterzeit; ebenfalls 1995 „Die alte Moorhexe“; 1996 „Auf dem Dache saß der Kater“. 1997 „Ich bin der Baum vor deinem Haus“ mit Baumliedern und wahren Baumgeschichten.
Unsere erfolgreichsten Lieder der ersten Jahre erschienen dann in einer Lizenzausgabe unter dem Titel „Durch das Jahr“, mit einer Folgesammlung „Der blaue Stern“, im Hamburger Saat- korn-Verlag.
1997 bekamen wir per Gerichtsbeschluss auch alle früheren Werke wieder zurück, und konnten sie im Laufe der Zeit überarbeitet in unserem eigenen Verlag neu herausbringen.
Inzwischen produzieren wir nur noch CDs: „Von Bäumen und Menschen“; „Heute ist Sternen- tag“; „Ich bin der Wiesenkönig“, „Der Mondfisch“, „Igelfreude“, „Fingerhut, du schöner“, „Was macht die Maus im Sommer“ (Preis der Deutschen Schallplattenkritik 3/1999); „Gehn wir auf die Reise“ (Remix einer älteren Aufnahmen – inzwischen nur noch mit neu produzierten Instrumentalfassungen der Lieder); „Adler will fliegen“, „Ich bin ne kleine Schnecke“; „Auf die Besen gehüpft“; „Winde vom Berg“; „Sorida“; „Schierschandudel“; usw. (Einige CDs wurden von der Kinderjury des Hessischen Rundfunks mit der höchsten Wertung „6 Trompeten“ ausgezeichnet.
Unsere großen Liederbücher: „Zu singen fang ich an”; „Sing mir was“; „Das Grüne Singbuch“; „Jehns Tierleben“; „Wenn die kleinen Schmetterlinge“; „Weihnachtsmusikanten“; „Weihnachten kommt“.
Über die Lieder
„Manche von ihnen umfassen in ihrer beschwörenden, mystischen Kraft die Erfahrungswelt von Kindern und Erwachsenen. Manche wenden sich nur an die Kinder, erzählen farbige Geschichten, haben ihre Landschaften und ihre „Helden“, mit denen die Kinder sich identifizieren können. Manche sind schwungvoll, heiter, humorvoll. Manche sind beruhigend und von einer irdischen Zärtlichkeit, die das Eingreifen von oft und gern strapazierten Schutzengeln überflüssig macht.“
Sammelrezension von Susanne Brandt
„Bereits in zweiter Generation wird in der Worpsweder Musikwerkstatt der Familie Jehn an Liedern, Spiel- und Bewegungsversen aus aller Welt gebastelt. Vielfach nach überlieferten Vorlagen aus verschiedenen Ländern entstehen so stimmig interpretierte Kinderlieder und Bewegungsspiele mit Texten, die den traditionellen Themenkreisen wie Natur, Tiere, Jahreszeiten, Märchen- und Wunderwelt verpflichtet bleiben, aber nie betulich oder angestaubt wirken. Es ist das Markenzeichen der Jehns, eine gute und ehrliche Balance zwischen altbewährt und frisch in ihren Liedern zu wahren und einen gekonnten Umgang mit musikalischen wie textlichen Traditionen zu pflegen. Klare, gut verständliche und angenehm natürliche Sprech- und Singstimmen – weder übertrieben aufgedreht oder einschmeichelnd – und die klangliche Vielfalt eines großen, fantasievoll eingesetzten Instrumentariums machen den Ton aller CD‘s aus. Vor allem für Kinder im Kin- dergartenalter (und jünger) bieten diese eine Fülle von Impulsen zum Nachsprechen, Spielen und Bewegen. Die dafür nützlichen Begleithefte mit Noten, Texten und Gestaltungsanregungen sind extra zu beziehen und ähnlich schön aufgemacht wie die warm und liebevoll illustrierten CD-Pappcover.“
Zum Verlagsprogramm gehören auch: Singspiele (Märchenoper „Der Kalif Storch“), Musik für ORFF-Instrumente, Instrumental- und Chorwerke; in den letzten Jahren ist sehr viel Musik für Akkordeon dazugekommen.
In die Zukunft:
2014 erschien die „Klangkiste“. Hier versuchen wir traditionelle Klangerzeuger mit den Klängen von Handy & Co. zu verbinden. Literarische Spielszenen und grafische Spielfelder sollen darin als Anregung dienen.
Rezension „Klangkiste“ von Susanne Brandt
Bereits 1979 hatten die Autorin Margarete Jehn und der Musiker Wolfgang Jehn eine „Musikalische Spielzeugkiste“ mit Geschichten und Spielszenen für klangliche Improvisationen (nicht nur) mit Kindern herausgegeben, die ein Musikmachen auch ohne Notenkenntnisse erlauben. Mit der erweiterten Neuauflage knüpfen sie an das nach wie vor praxistaugliche Konzept für flexibel umsetzbare Klangerlebnisse zu kurzen Geschichten an und erweitern dies um die neuen Möglichkeiten, mit Handy, Apps & Co. Musik zu machen, ohne die bewährten Möglichkeiten der Klangerzeugung mit Geräuschinstrumenten und Alltagsgegenstän- den außer Acht zu lassen. Genau das macht den besonderen Charme dieses Buches aus, das im schulischen wie außerschulischen Bereich (also auch bei kreativen Vorleseangeboten in Bibliotheken!) zum Einsatz kommen kann: Frei und zeitlos in der Vielfalt möglicher Umsetzungsvarianten mit bewährten wie neuen Mitteln laden die poetisch und phantasievoll erzählten Geschichten zum Experimentieren ein. Zu inhaltlich ganz verschiedenen Spielszenen werden gut verständliche Vorschläge zur konkreten Durchführung der klanglichen Ausgestaltung gemacht und Anregungen gegeben, wie sich die Improvisationen als Spielfelder grafisch darstellen lassen. Bezugsquellen und Spielanleitungen zum großen Sammelsurium der eingesetz- ten Tonerzeuger runden das einzigartige Konzept dieser Fundgrube für Klangspiele zu literarischen Im- pulsen ab. Wer dazu klingende Beispiele hören möchte, findet diese auf der gesondert bei der Worpsweder Musikwerkstatt erhältlichen CD „Blechbuckels Weltreise“. Aufmachung und Inhalt dieses praxiserprobten Buches tragen die persönliche Handschrift der Worpsweder Musikwerkstatt, die sich in mehr als 30 Jahren vor allem im Raum Bremen einen Namen gemacht hat als musikalisch-literarische Ideenschmiede, die un- abhängig von modischen Trends aktuell und originell bleibt. Empfohlen!
Etwas über die Technik, mit der man in den ersten Jahren zu kämpfen hatte:
Als wir 1984 vor der eigenen Verlagsgründung standen, gab es noch Schwierigkeiten, die man heutzutage vielleicht überhaupt nicht mehr nachvollziehen kann.
Vieles, was heutzutage selbstverständlich ist, war damals vielleicht schon angedacht, aber eben noch nicht verfügbar.
Datentransfer? Ja, mit dem Auto – man musste z. B. die fertig montierten Druckvorlagen zur Druckerei bringen.
Heutzutage schickt man eine PDF-Datei per Internet zu einer Druckerei, bezahlt online, erhält nach wenigen Tagen das fertige Produkt – ob 1 Stück oder 1000 – und alles in bester Qualität und zu einem erschwinglichen Preis.
Die wenigen käuflichen Studiogeräte waren damals noch sehr groß und schwer. Vieles gab es überhaupt noch nicht; Synthesizer waren noch eine experimentelle Neuheit. Vor allem waren die Hallgeräte der damaligen Zeit kaum zu gebrauchen; professionelle Hallplatten waren zu schwer und vor allem zu teuer. Die elektronische Miniaturisierung steckte noch in den Kinderschuhen. Es gab noch keine Notenschreibprogramme; die Noten und anderen Zeichen mussten mühsam mit „Notaset“ (ähnlich „Letraset“) auf das Notenpapier übertragen werden. Heutzutage lassen die modernen Computer-Notensatzprogramme keinen grafischen Wunsch mehr offen.
Die Tonaufnahmen wurden noch mit Tonbandgeräten (Mono, Stereo oder 4 – 8-Kanal) gemacht (auf Bandbreite 6,3 mm – dem legendären „Schnürsenkel”).
Für den professionellen Studiobetrieb gab es dann noch Tonbandgeräte mit breiteren Bändern, mit denen man bis zu 24 Spuren aufzeichnen konnte; erst viel später kamen für den semiprofessionellen Bereich kostengünstige 8-Kanal-Maschinen (z. B. ADAT) auf den Markt, mit denen man auf Videoband aufnehmen konnte.
Heutzutage wird die Musik fast nur noch auf Festplatten oder Speicherkarten aufgezeichnet.
Die Anzahl der Spuren, die gleichzeitig aufgenommen und abgespielt werden können, ist fast unbegrenzt.
Wollte man damals z. B. eine gleichbleibende Tonfolge kontinuierlich abspielen, musste man ein Stück Tonband zu einer sogenannten „Schleife“ zusammenkleben und über Tonbandgerät und Schleifenständer abspielen. Sampler gab es noch nicht – und als die als Bausatz aufkamen, hatten sie eine Abspieldauer von 1 Sekunde. Heutzutage heißen diese Schleifen „Loops“ und die Geräte, die inzwischen auch stundenlange Loops abspielen können, „Looper“.
Nur auf Schallplatten oder später MCs konnte Musik für den Verkauf produziert werden.
Die CD war vielleicht ebenfalls in der Entwicklung, aber natürlich noch nicht zu haben.
Die Möglichkeiten der Audio-Datenreduzierung, ohne deutliche Höreinbußen (mp3), war auch noch nicht erfunden.
Allein für die Aufnahme- und Klangmöglichkeiten die heute in einem Handy oder iPad stecken, hätte man damals Hallen mit Geräten füllen müssen – und das nicht einmal bei annähernd glei- cher Qualität.
Für die Produktion hochwertiger Musikaufnahmen genügt heutzutage also schon der kleinste Computerplatz.
Im professionellen Lager gibt es natürlich nach wie vor immer noch edle Hardware, die auch optisch mehr hermacht.
Auch der Speicherplatz war damals noch ein Problem. 4 Megabyte in einem Computer – das war schon etwas. Wie staunte man z. B. über eine 32 Gigabyte Festplatte, von der ein Sender – allerdings in etwas späterer Zeit – sein gesamtes Musikprogramm abspielte. Heutzutage kann jeder einige Terabyte in der Hosentasche mit sich herumtragen.

Eine Präsentationsmöglichkeit über das Internet gab es damals auch noch nicht. Die Begriffe: Facebook, Google, Onlineshop, Download, Handyupload usw. waren noch nicht geboren.
In den letzten 30 Jahren hat sich also doch sehr sehr viel verändert. Ob alles auch wirklich besser geworden ist, wird die Zukunft zeigen!?
(©) Margarete und Wolfgang Jehn, Autorenverlag Jehnmusik

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